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Schirmherrschaft

Dr. med. Susanne Holst

Grußwort von Dr. med. Susanne Holst

Was für ein Fortschritt: zum ersten Mal findet im Februar 2012 in Berlin ein wissenschaftlicher Kongress zur Integrativen Onkologie beim Mammakarzinom statt. Lange - für manche viel zu lange - hat es gedauert, bis sich die Krebsmedizin dem Wunsch und dem Bedürfnis vieler Brustkrebspatientinnen geöffnet hat: dass sich Naturwissenschaft und Naturheilkunde die Hand reichen mit dem Ziel, gemeinsam und ohne ideologische Scheuklappen die bestmögliche Therapie für Frauen zu finden, die an Brustkrebs erkrankt sind.

Integrative Onkologie - das ist weitaus mehr als der Dialog von Schwestern, die nach langem Schweigen ihre familiären Verbindungen wiederentdecken. Es ist ein wirklich neuer medizinischer
Behandlungsansatz. Dank neuer Erkenntnisse in der naturwissenschaftlich fundierten Onkologie kann die Medizin heute vielen Krebspatientinnen das Leben retten. Die Diagnose "Brustkrebs" ist nicht mehr gleichbedeutend mit einem "Todesurteil". Allerdings hat dieser Fortschritt einen Preis: Chemo- und Strahlentherapie zerstören nicht nur das Tumorgewebe, sondern auch gesunde Zellen. Die antihormonelle Therapie lässt Knochen und Zellen altern und schickt Frauen frühzeitig in die Wechseljahre - mit allen damit verbundenen Beschwerden. Besonders hier kann die ältere Schwester der Naturwissenschaft, die Natur- und Erfahrungsheilkunde, die Menschen aus allen Kulturkreisen über Jahrhunderte und Jahrtausende weitergetragen haben, mit ihren besonderen Behandlungsmethoden helfen - und zwar nicht erst nach der schulmedizinischen Therapie, sondern gleich von Beginn an als Ergänzung.

Wenn die Krebsmedizin Frauen mit Brustkrebs vor dem Ertrinken rettet, können komplementärmedizinische Verfahren im übertragenen Sinne Patientinnen beim Schwimmen im tiefen Wasser unterstützen. Die Integrative Onkologie, die schon heute an verschiedenen Behandlungszentren in ganz Deutschland mit Erfolg praktiziert wird, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesem neuen Therapie-Verständnis einen Rahmen zu geben, im Zusammenwirken von Ärzten und Therapeuten unterschiedlicher Fachdisziplinen.

Naturwissenschaft und Naturheilkunde ziehen dabei gleichberechtigt an einem Strang und gehen Hand in Hand. Auch die Zusammenarbeit zwischen Patientin und Ärztin oder Arzt folgt einem anderen Muster: Die Frau ist nicht nur eine "Behandelte" - also eine Patientin, sondern gleichzeitig immer auch eine "Handelnde", die das Therapiegeschehen aktiv mitbestimmen und mitgestalten kann. So findet die Patientin zu Selbstbestimmung und Kompetenz zurück. Beides ist wichtig für den Erfolg der Therapie.

Es freut mich deshalb sehr, dass der Berliner Kongress zur Integrativen Onkologie beim Mammakarzinom erstmals eine umfassende Wissens- und Diskussionsplattform für Ärzte wie Patientinnen gleichermaßen eröffnet. Es ist an der Zeit, sich neuen Ansätzen in der Medizin zu stellen, diese aber auch kritisch zu hinterfragen und zu bewerten. Hierzu werden Ärztekongress und Patientinnentag einen wichtigen Beitrag leisten. Ich bin mir sicher: Wir stehen erst am Anfang. Aber es ist wichtig, dass zunächst einmal ein Anfang gemacht wird. Beginnt doch jeder neue Weg mit dem ersten Schritt!

In diesem Sinne wünsche ich dem Kongress viel Erfolg!

Foto: H&S/Hergen Schimpf

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